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extras:wissikon:design-development:designphasen

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-Designprozesse können je nach Disziplin, Projekt und Aufgabenstellung sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Im Rahmen des Studiums verwenden wir die vier archetypischen Phasen //<color #efe4B0/#00a2e8>Discover!</color>//, //<color #b5e61d/#22b14c>Ideate!</color>//, //<color #ff7f27/#ffc90e>Make!</color>// und //<color #ffc90e/#ed1c24>Expose!</color>// als gemeinsame Orientierung.+Designprozesse können je nach Disziplin, Projekt und Aufgabenstellung sehr unterschiedlich aufgebaut sein. Im Rahmen des Studiums verwenden wir die vier archetypischen Phasen //<color #efe4B0/#00a2e8>Discover!</color>//, //<color #b5e61d/#22b14c>Ideate!</color>//, //<color #ff7f27/#ffc90e>Make!</color>// und //<color #ffc90e/#ed1c24>Expose!</color>// als gemeinsame Orientierung, um unterschiedliche Aktivitäten innerhalb eines Gestaltungsprozesses zu strukturieren und den eigenen Arbeitsweg nachvollziehbar zu machen. Die Phasen beschreiben dabei ausdrücklich keinen starren oder linearen Ablauf, sondern einen iterativen Prozess, in dem sich einzelne Schritte überlagern und mehrfach durchlaufen werden können. Erkenntnisse aus Experimenten, Prototypen, Tests, Feedback oder Reflexion können jederzeit dazu führen, frühere Annahmen zu hinterfragen, zusätzliche Recherche durchzuführen, neue Ideen zu entwickeln oder bestehende Konzepte zu verändern. Der Designprozess ist deshalb weniger als feste Abfolge einzelner Arbeitsschritte zu verstehen, sondern als wiederholter Wechsel zwischen **Verstehen, Entwickeln, Ausprobieren und Reflektieren**. Vereinfacht lässt sich dieser Prozess als **Discover! → Ideate! → Make! → Expose!** beschreiben, wobei insbesondere innerhalb der Entwicklung kontinuierliche Schleifen aus **Make → Test → Reflect → Iterate ↺** entstehen und bei Bedarf jederzeit zu früheren Phasen zurückgeführt werden kann.
  
-Diese Phasen beschreiben keinen starren oder linearen Ablauf. Erkenntnisse aus Experimenten, Prototypen, Tests oder Feedback können jederzeit dazu führen, frühere Annahmen zu hinterfragen, zusätzliche Recherche durchzuführen, neue Ideen zu entwickeln oder bestehende Konzepte zu verändern.+{{ :extras:wissikon:design-development:iterativer_designprozess.png?direct |}}
  
-Der Designprozess wird deshalb als iterativer Prozess verstanden: 
  
-**Discover! → Ideate! → Make! → Test → Reflect → Iterate ↺**+^  ^ **<color #efe4B0/#00a2e8>Discover!</color>** \\ Verstehen und Einordnen ^ **<color #b5e61d/#22b14c>Ideate!</color>** \\ Möglichkeiten entwickeln ^ **<color #ff7f27/#ffc90e>Make!</color>** \\ Ideen sichtbar und überprüfbar machen ^ **<color #ffc90e/#ed1c24>Expose!</color>** \\ Prozess und Ergebnis kommunizieren ^ 
 +| **Ziel** | Aufgabenstellung, Kontext, Bedürfnisse, Probleme und Möglichkeiten verstehen. | Unterschiedliche Ideen und Lösungsansätze entwickeln und den Lösungsraum öffnen. | Ausgewählte Ideen konkretisieren, ausprobieren und überprüfbar machen. | Designprozess und Ergebnisse verständlich strukturieren und kommunizieren. | 
 +| **Fokus** | Beobachten, recherchieren, analysieren, Zusammenhänge erkennen und Erkenntnisse verdichten. | Explorieren, variieren, kombinieren, hinterfragen und auswählen. | Entwickeln, prototypisieren, testen, reflektieren und iterieren. | Auswählen, dokumentieren, präsentieren, erklären und reflektieren. | 
 +| **Mögliche Methoden** | Recherche, Beobachtung, Analyse, Interviews, Mapping, Problemdefinition, Design Challenges | Brainstorming, Brainwriting, Mind Mapping, Skizzen, Storyboards, Szenarien, einfache Modelle | Skizzen, Modelle, Mock-ups, Experimente, Prototypen, Scheme Design, Detailed Design, Testing | Präsentation, Dokumentation, Critique, Feedback, Poster, Prozessdarstellung | 
 +| **Ergebnis** | Eine begründete Fragestellung bzw. ein klarer Ausgangspunkt für den weiteren Prozess. | Unterschiedliche mögliche Lösungsansätze und eine begründete Auswahl für die Weiterentwicklung. | Ein zunehmend konkreter Entwurf bzw. Prototyp, der getestet und weiterentwickelt werden kann. | Eine nachvollziehbare Darstellung davon, wie sich Fragestellung, Prozess und Ergebnis entwickelt haben. | 
 +| **Iteration** | Neue Erkenntnisse können jederzeit zusätzliche Recherche oder eine neue Problemdefinition notwendig machen. | Erkenntnisse aus Prototyping und Tests können jederzeit neue Ideen auslösen. | **Make → Test → Reflect → Iterate ↺**; bei Bedarf zurück zu Ideate! oder Discover!. | Feedback und Reflexion können neue Fragen aufwerfen und eine weitere Iteration auslösen. |
  
-Die vier Phasen helfen dabei, unterschiedliche Aktivitäten innerhalb eines Gestaltungsprozesses zu strukturieren und den eigenen Arbeitsprozess nachvollziehbar zu machen. 
  
  
-==== Discover! – Verstehen und Einordnen ====+Nachfolgende Visualisierungen bauen auf der Prozessbeschreibung aus dem Buch //Research Methods for Product Design// (Alex Milton & Paul Rodgers, 2013) auf. 
 +  
 +{{ :extras:wissikon:design-development:iterativer_design_prozess_vs_linearer_prozess.png?direct |}}
  
-In der //<color #efe4B0/#00a2e8>Discover!</color>//-Phase wird zunächst versucht, die Aufgabenstellung und ihren Kontext zu verstehen. Beobachtung, Recherche und Analyse helfen dabei, vorhandenes Wissen zu sammeln, Zusammenhänge zu erkennen und unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen.+Obige Abbildung: Schleifendiagramm eines iterativen Design-Prozesses: Von einer Aufgabe (TASK) aus wächst eine Kette gepunkteter Schleifen mit den Stationen looking, asking, learning, prototyping, testing und evaluating, bis sie in ein Ergebnis (RESULT) mündet. Die zunehmende Schleifengröße steht für wachsenden Erkenntnisgewinn pro Iteration. Die vielen grau abgeblendeten RESULT-Zeilen neben dem hervorgehobenen Ergebnis verweisen auf die Bandbreite möglicher Ausgänge, die ein rein linearer Weg (die gestrichelte gerade Linie darunter) verfehlen würde.
  
-Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell eine Lösung zu finden. Vielmehr soll zunächst verstanden werden, welche Fragen, Bedürfnisse, Probleme oder Möglichkeiten für das Projekt relevant sind.+{{ :extras:wissikon:design-development:design_prozess_iterative_schleife.png?direct |}}
  
-Die gewonnenen Erkenntnisse werden gesammelt, geordnet und verdichtet. Daraus können Problemstellungen, Design Challenges oder andere Ausgangspunkte für den weiteren Gestaltungsprozess entstehen.+Obige Abbildung: Dargestellt ist eine einzelne Iterationsschleife mit vier aufeinanderfolgenden Stationen, die vor dem Übergang in die Umsetzung durchlaufen werden. Die gepunktete Linie kommt von links, steigt rechts auf, umläuft den Kreis gegen den Uhrzeigersinn, kreuzt beim Abstieg ihren eigenen Verlauf und führt nach rechts in //Implement//((The Art of Innovation: Lessons in Creativity from IDEO, America's Leading Design Firm. Kelley, Tom & Littman, Jonathan, 2001, New York)). 
 +  - **Understand:** Erschließung des Ausgangsrahmens, also Aufgabenstellung, Kontext, Markt, Technologie und Rahmenbedingungen. Dieser Schritt schafft die Grundlage, auf der die anschließende Beobachtung gezielt geplant werden kann. 
 +  - **Observe:** Beobachtung realer Menschen in realen Nutzungssituationen. Gesammelt werden Verhalten, Kontext und Feedback, qualitativ (Beobachtung, Gespräch) wie quantitativ (Nutzungsdaten, Messwerte), und daraus werden Muster, Bedürfnisse und Problemstellen abgeleitet. 
 +  - **Visualize:** Die gewonnenen Erkenntnisse werden in Konzepte übersetzt und extern sichtbar gemacht, als Skizze, Szenario, Diagramm, Modell oder Prototyp. Erst dadurch werden sie kommunizierbar und überprüfbar. 
 +  - **Review:** Die Visualisierung wird anhand von Zielen, Kriterien oder Stakeholder-Feedback bewertet und verfeinert. Das Ergebnis entscheidet, ob eine weitere Iteration erforderlich ist oder ausreichend Sicherheit für die Umsetzung besteht. 
 +Die Abbildung zeigt nur einen Durchlauf. Dass die Schleife bei Bedarf mehrfach durchlaufen wird, ist im Bild nicht eingezeichnet, ergibt sich aber aus dem Modell.
  
-Auch während späterer Projektphasen kann es notwendig sein, zu Discover! zurückzukehren und zusätzliche Informationen zu sammeln oder die ursprüngliche Problemstellung neu zu betrachten. 
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-==== Ideate! – Möglichkeiten entwickeln ==== 
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-Die //<color #b5e61d/#22b14c>Ideate!</color>//-Phase dient dazu, unterschiedliche Möglichkeiten und Lösungsansätze zu entwickeln. Zunächst steht die Vielfalt der Ideen im Vordergrund. Bekannte Lösungen sollen nicht einfach übernommen, sondern durch kreative Exploration erweitert oder hinterfragt werden. 
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-Kreativitätstechniken wie Brainstorming, Brainwriting oder Mind Mapping können dabei helfen, neue Perspektiven einzunehmen und einen möglichst breiten Ideenraum zu öffnen. 
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-Ideen werden durch Skizzen, Storyboards, Szenarien oder einfache Modelle sichtbar und kommunizierbar gemacht. Anschließend können Ansätze verglichen, kombiniert, verworfen oder für die weitere Entwicklung ausgewählt werden. 
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-Ideate! endet nicht mit der Auswahl einer einzelnen Idee. Neue Erkenntnisse aus Making und Testing können jederzeit eine erneute Ideenfindung auslösen. 
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-==== Make! – Ideen sichtbar und überprüfbar machen ==== 
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-In der //<color #ff7f27/#ffc90e>Make!</color>//-Phase werden ausgewählte Ideen weiterentwickelt und zunehmend konkretisiert. Durch Skizzen, Modelle, Mock-ups, Experimente und Prototypen werden Ideen sichtbar, erfahrbar und überprüfbar. 
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-Prototyping wird dabei nicht nur als Herstellung eines möglichst fertigen Ergebnisses verstanden. Ein Prototyp ist vor allem ein Werkzeug zum Denken, Experimentieren und Lernen. Je nach Fragestellung kann ein sehr einfacher Prototyp deshalb hilfreicher sein als eine bereits detailliert ausgearbeitete Lösung. 
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-Die Entwicklung kann vom **Scheme Design** – der grundlegenden Struktur und Funktionsweise eines Entwurfs – bis zum **Detailed Design** einzelner relevanter Aspekte reichen. 
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-Ein wichtiger Bestandteil von Make! ist das wiederholte **Testen, Reflektieren und Iterieren**. Erkenntnisse aus Experimenten, Feedback und Kritik werden in den Entwurf zurückgeführt: 
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-**Make → Test → Reflect → Iterate ↺** 
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-Dabei kann es auch notwendig sein, erneut zu Ideate! oder Discover! zurückzukehren. 
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-==== Expose! – Prozess und Ergebnis kommunizieren ==== 
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-In der //<color #ffc90e/#ed1c24>Expose!</color>//-Phase werden der Designprozess und seine Ergebnisse nachvollziehbar kommuniziert. Dazu werden relevante Arbeitsschritte, Entscheidungen, Experimente, Iterationen und Ergebnisse ausgewählt, strukturiert und präsentiert. 
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-Expose! bedeutet dabei nicht ausschließlich die Abschlusspräsentation eines fertigen Ergebnisses. Präsentation, Dokumentation, Critique und Feedback begleiten einen Designprozess bereits während seiner Entwicklung. 
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-Am Ende eines Projektes werden diese Materialien zu einer verständlichen Darstellung des gesamten Prozesses zusammengeführt. Dabei soll sichtbar werden, wie sich eine ursprüngliche Fragestellung über Recherche, Ideenentwicklung, Prototyping und Iteration zu einem Gestaltungsergebnis entwickelt hat. 
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-Die Präsentation und Reflexion kann wiederum neue Fragen und Erkenntnisse hervorbringen und damit Ausgangspunkt einer weiteren Iteration sein. 
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-===== Der Designprozess als iteratives System ===== 
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-Die vier Phasen dienen in erster Linie der Orientierung. In realen Gestaltungsprozessen überlagern sie sich und werden häufig mehrfach durchlaufen. 
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-Ein Projekt kann beispielsweise während Make! zeigen, dass eine ursprüngliche Annahme falsch war. Dies kann zu neuer Recherche in Discover! führen. Ein Test kann neue Möglichkeiten sichtbar machen und damit eine weitere Ideate!-Phase auslösen. Ebenso können bereits sehr früh einfache Prototypen eingesetzt werden, um eine Fragestellung besser zu verstehen. 
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-Der Designprozess ist daher weniger als Abfolge einzelner Arbeitsschritte zu verstehen, sondern als **wiederholter Wechsel zwischen Verstehen, Entwickeln, Ausprobieren und Reflektieren**. 
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-**Discover! → Ideate! → Make! → Expose!** 
- 
-mit wiederkehrenden Schleifen aus 
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-**Make → Test → Reflect → Iterate ↺** 
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