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 ====== MINDT – Eine Erweiterung des MINT-Paradigmas ====== ====== MINDT – Eine Erweiterung des MINT-Paradigmas ======
  
-{{ :extras:wissikon:lehre:mindt_illustration_ai-generated.jpg?nolink |}} +The English translation of the article below can be found [[mindt_extended_english-version|here]].
-//Illustration generated by ChatGPT (GPT-5)//  +
  
 MINDT beschreibt eine Weiterentwicklung des bekannten MINT-Ansatzes, der für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik steht. Während MINT in den letzten zwei Jahrzehnten vor allem auf die Förderung technischer und analytischer Kompetenzen abzielte, wird MINDT als Erweiterung verstanden, die „Design“ als fünfte Dimension integriert. Diese Integration bedeutet nicht lediglich die Hinzufügung eines gestalterischen Faches, sondern markiert einen epistemischen Wandel im Verständnis von Bildung im 21. Jahrhundert. Sie rückt Kreativität, Sinnstiftung und gesellschaftliche Verantwortung in den Mittelpunkt einer Disziplinen übergreifenden Denkweise. Der Gedanke, natur- und ingenieurwissenschaftliche Ausbildung mit designorientierten Methoden und Denkweisen zu verknüpfen, folgt der Einsicht, dass komplexe Probleme heutiger Gesellschaften nicht durch disziplinär abgeschlossene Fachkompetenzen gelöst werden können. Vielmehr erfordern sie transdisziplinäre Perspektiven, die sowohl systemisch als auch human-zentriert agieren. In diesem Spannungsfeld entsteht MINDT als integratives Bildungsmodell, das Rationalität und Imagination, Analyse und Empathie, Funktionalität und Bedeutung miteinander verbindet. MINDT beschreibt eine Weiterentwicklung des bekannten MINT-Ansatzes, der für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik steht. Während MINT in den letzten zwei Jahrzehnten vor allem auf die Förderung technischer und analytischer Kompetenzen abzielte, wird MINDT als Erweiterung verstanden, die „Design“ als fünfte Dimension integriert. Diese Integration bedeutet nicht lediglich die Hinzufügung eines gestalterischen Faches, sondern markiert einen epistemischen Wandel im Verständnis von Bildung im 21. Jahrhundert. Sie rückt Kreativität, Sinnstiftung und gesellschaftliche Verantwortung in den Mittelpunkt einer Disziplinen übergreifenden Denkweise. Der Gedanke, natur- und ingenieurwissenschaftliche Ausbildung mit designorientierten Methoden und Denkweisen zu verknüpfen, folgt der Einsicht, dass komplexe Probleme heutiger Gesellschaften nicht durch disziplinär abgeschlossene Fachkompetenzen gelöst werden können. Vielmehr erfordern sie transdisziplinäre Perspektiven, die sowohl systemisch als auch human-zentriert agieren. In diesem Spannungsfeld entsteht MINDT als integratives Bildungsmodell, das Rationalität und Imagination, Analyse und Empathie, Funktionalität und Bedeutung miteinander verbindet.
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 ==== Institutionelle Verankerung und Hochschulentwicklung ==== ==== Institutionelle Verankerung und Hochschulentwicklung ====
  
-Im Kontext der Hochschulentwicklung stellt sich die Frage, wie MINDT institutionell verankert werden kann. Die Herausforderung besteht darin, Curricula zu schaffen, die Offenheit zulassen, ohne Beliebigkeit zu riskieren. Module müssen so konzipiert werden, dass sie sowohl fachliche Tiefe als auch interdisziplinäre Anschlussfähigkeit bieten. Prüfungsformen müssen prozessorientierte Leistungen anerkennen, etwa Portfolios, Prototypen oder Reflexionsberichte. Lehrende müssen befähigt werden, Studierende nicht nur zu bewerten, sondern in Entwicklungsprozessen zu begleiten. Die Einführung des derzeit geplanten Studiengangs //Creative Technologies// ( — //[[felix.beck@fh-muenster.de|Felix Hardmood Beck]] Stand: 2025/10/16 04:31//) an der FH Münster kann hier als Fallbeispiel dienen: Er integriert MINDT nicht als Add-on, sondern als strukturelles Leitprinzip. Theorie, Entwurf und Realisation werden nicht getrennt, sondern in Projekten verknüpft, die reale Probleme mit technologischen und gestalterischen Mitteln bearbeiten.+Im Kontext der Hochschulentwicklung stellt sich die Frage, wie MINDT institutionell verankert werden kann. Die Herausforderung besteht darin, Curricula zu schaffen, die Offenheit zulassen, ohne Beliebigkeit zu riskieren. Module müssen so konzipiert werden, dass sie sowohl fachliche Tiefe als auch interdisziplinäre Anschlussfähigkeit bieten. Prüfungsformen müssen prozessorientierte Leistungen anerkennen, etwa Portfolios, Prototypen oder Reflexionsberichte. Lehrende müssen befähigt werden, Studierende nicht nur zu bewerten, sondern in Entwicklungsprozessen zu begleiten. Die Einführung des Studiengangs //Creative Technologies// zum WiSe 26/27 an der FH Münster kann hier als Fallbeispiel dienen: Er integriert MINDT nicht als Add-on, sondern als strukturelles Leitprinzip. Theorie, Entwurf und Realisation werden nicht getrennt, sondern in Projekten verknüpft, die reale Probleme mit technologischen und gestalterischen Mitteln bearbeiten.
  
 ==== Technologie als kultureller Akteur ==== ==== Technologie als kultureller Akteur ====
/var/www/vhosts/ct-lab.info/wiki.ct-lab.info/data/attic/extras/wissikon/lehre/mindt_extended.1760716868.txt.gz · Last modified: by Felix Hardmood Beck