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| Dieser Artikel verbindet technische und rechtliche Grundlagen mit gestalterischen Handlungsmöglichkeiten. Bei konkreten Anforderungen wird zwischen ihrem jeweiligen Geltungsbereich und weiterführenden Empfehlungen unterschieden. Die Beispiele zu Projektarbeit und Gestaltung dienen der Anwendung im Studium; sie sind keine vollständigen Konformitätsprüfungen. | Dieser Artikel verbindet technische und rechtliche Grundlagen mit gestalterischen Handlungsmöglichkeiten. Bei konkreten Anforderungen wird zwischen ihrem jeweiligen Geltungsbereich und weiterführenden Empfehlungen unterschieden. Die Beispiele zu Projektarbeit und Gestaltung dienen der Anwendung im Studium; sie sind keine vollständigen Konformitätsprüfungen. | ||
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| + | Für den Einstieg sind die Erläuterungen und Beispiele dieser Seite vorgesehen. Die Fußnoten belegen Aussagen und ermöglichen eine gezielte Vertiefung. Englische Fachtexte, Gesetzestexte und technische Spezifikationen erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben. Am Ende der Seite sind geeignete Lesewege mit Sprache, Voraussetzungen und konkretem Nutzen angegeben. Eine vollständige Lektüre sämtlicher Quellen oder der Erwerb von Normvolltexten wird für diese Einführung nicht vorausgesetzt. | ||
| ===== 1. Barrierefreiheit, | ===== 1. Barrierefreiheit, | ||
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| ==== Was bedeutet Barrierefreiheit? | ==== Was bedeutet Barrierefreiheit? | ||
| - | Barrierefreiheit beschreibt die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von Angeboten für Menschen mit Behinderungen. Im digitalen Bereich betrifft dies unter anderem Informationen, | + | Barrierefreiheit beschreibt die Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von Angeboten für Menschen mit Behinderungen. Im digitalen Bereich betrifft dies unter anderem Informationen, |
| Eine Barriere entsteht im Zusammenspiel von menschlichen Voraussetzungen und einer gestalteten Umgebung. Wenn eine Installation nur auf gesprochene Befehle reagiert, setzt sie voraus, dass alle Beteiligten sprechen können und vom System erkannt werden. Eine alternative Eingabemöglichkeit verändert diese Voraussetzung. | Eine Barriere entsteht im Zusammenspiel von menschlichen Voraussetzungen und einer gestalteten Umgebung. Wenn eine Installation nur auf gesprochene Befehle reagiert, setzt sie voraus, dass alle Beteiligten sprechen können und vom System erkannt werden. Eine alternative Eingabemöglichkeit verändert diese Voraussetzung. | ||
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| Inklusive Gestaltung verfolgt das Ziel, unterschiedliche Menschen möglichst umfassend zu beteiligen und Ausschlüsse frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören neben Behinderungen beispielsweise Unterschiede in Sprache, Erfahrung, technischer Ausstattung oder wirtschaftlichen Zugangsmöglichkeiten. | Inklusive Gestaltung verfolgt das Ziel, unterschiedliche Menschen möglichst umfassend zu beteiligen und Ausschlüsse frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören neben Behinderungen beispielsweise Unterschiede in Sprache, Erfahrung, technischer Ausstattung oder wirtschaftlichen Zugangsmöglichkeiten. | ||
| - | [[extras: | + | [[extras: |
| Für Creative Technologies ergeben sich daraus zwei miteinander verbundene Aufgaben: | Für Creative Technologies ergeben sich daraus zwei miteinander verbundene Aufgaben: | ||
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| Menschen unterscheiden sich in ihren Möglichkeiten, | Menschen unterscheiden sich in ihren Möglichkeiten, | ||
| - | Neben dauerhaften und vorübergehenden Beeinträchtigungen beeinflussen auch Situationen die Nutzung: Eine laute Umgebung erschwert das Verstehen von Sprache, eine starke Lichtquelle die Erkennbarkeit eines Displays. Solche Situationen können ähnliche Anforderungen an eine Gestaltung sichtbar machen. Die Lebensrealität einer Behinderung geht jedoch über eine einzelne erschwerte Nutzungssituation hinaus.((W3C WAI: [[https:// | + | Neben dauerhaften und vorübergehenden Beeinträchtigungen beeinflussen auch Situationen die Nutzung: Eine laute Umgebung erschwert das Verstehen von Sprache, eine starke Lichtquelle die Erkennbarkeit eines Displays. Solche Situationen können ähnliche Anforderungen an eine Gestaltung sichtbar machen. Die Lebensrealität einer Behinderung geht jedoch über eine einzelne erschwerte Nutzungssituation hinaus.((W3C WAI: [[https:// |
| ^ Bereich ^ Mögliche Barriere ^ Ansatz für den Entwurf ^ | ^ Bereich ^ Mögliche Barriere ^ Ansatz für den Entwurf ^ | ||
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| Ein Screenreader erschließt unter anderem Überschriften, | Ein Screenreader erschließt unter anderem Überschriften, | ||
| - | Im Studium sollte der Umgang mit solchen Bedienweisen praktisch erprobt werden. Besonders aufschlussreich ist die Beobachtung, | + | Im Studium sollte der Umgang mit solchen Bedienweisen praktisch erprobt werden. Besonders aufschlussreich ist die Beobachtung, |
| ===== 3. Rechtliche Anforderungen und technische Standards ===== | ===== 3. Rechtliche Anforderungen und technische Standards ===== | ||
| Line 75: | Line 77: | ||
| | EAA | European Accessibility Act, Richtlinie (EU) 2019/882 | Europäische Grundlage, die in Deutschland durch das BFSG umgesetzt wird | | | EAA | European Accessibility Act, Richtlinie (EU) 2019/882 | Europäische Grundlage, die in Deutschland durch das BFSG umgesetzt wird | | ||
| - | Die WCAG sind für sich genommen kein Gesetz. Rechtliche Verbindlichkeit entsteht im jeweiligen gesetzlichen oder vertraglichen Zusammenhang. Die EN 301 549 ist eine technische Referenz; für die rechtliche Bewertung sind insbesondere die anwendbare Fassung und ihre Bekanntmachung im jeweiligen Rechtsrahmen relevant. Ein Entwurf mit dem Ziel „WCAG 2.2 AA“ ist deshalb nicht automatisch ein vollständiger Nachweis dafür, dass sämtliche Anforderungen des BFSG oder einer BITV erfüllt sind.((W3C WAI: [[https:// | + | Die WCAG sind für sich genommen kein Gesetz. Rechtliche Verbindlichkeit entsteht im jeweiligen gesetzlichen oder vertraglichen Zusammenhang. Die EN 301 549 ist eine technische Referenz; für die rechtliche Bewertung sind insbesondere die anwendbare Fassung und ihre Bekanntmachung im jeweiligen Rechtsrahmen relevant. Ein Entwurf mit dem Ziel „WCAG 2.2 AA“ ist deshalb nicht automatisch ein vollständiger Nachweis dafür, dass sämtliche Anforderungen des BFSG oder einer BITV erfüllt sind.((W3C WAI: [[https:// |
| ==== Öffentliche Stellen und Hochschulangebote ==== | ==== Öffentliche Stellen und Hochschulangebote ==== | ||
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| ==== Räumliche Projekte und physische Zugänglichkeit ==== | ==== Räumliche Projekte und physische Zugänglichkeit ==== | ||
| - | Bei Ausstellungen und Installationen müssen digitale und räumliche Zugänglichkeit gemeinsam betrachtet werden. In NRW enthält beispielsweise § 49 BauO NRW Anforderungen an barrierefreies Bauen bei öffentlich zugänglichen baulichen Anlagen. Welche baulichen Vorgaben im konkreten Projekt anzuwenden sind, ist mit Betreiber und Fachplanung zu klären. Eine WCAG-Prüfung erfasst diese Anforderungen nicht.(([[https:// | + | Bei Ausstellungen und Installationen müssen digitale und räumliche Zugänglichkeit gemeinsam betrachtet werden. In NRW enthält beispielsweise § 49 BauO NRW Anforderungen an barrierefreies Bauen bei öffentlich zugänglichen baulichen Anlagen. Welche baulichen Vorgaben im konkreten Projekt anzuwenden sind, ist mit Betreiber und Fachplanung zu klären. Eine WCAG-Prüfung erfasst diese Anforderungen nicht.(([[https:// |
| Für die Projektplanung folgt daraus: Display, Software, Bedienelemente, | Für die Projektplanung folgt daraus: Display, Software, Bedienelemente, | ||
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| | Robust | Inhalte müssen von unterschiedlichen Programmen und assistiven Technologien zuverlässig interpretiert werden können. | Ein Bedienelement besitzt technisch einen passenden Namen, eine Rolle und einen erkennbaren Zustand. | | | Robust | Inhalte müssen von unterschiedlichen Programmen und assistiven Technologien zuverlässig interpretiert werden können. | Ein Bedienelement besitzt technisch einen passenden Namen, eine Rolle und einen erkennbaren Zustand. | | ||
| - | Die Konformitätsstufen A, AA und AAA bauen aufeinander auf: AA umfasst die anwendbaren Anforderungen von A und AA; AAA zusätzlich diejenigen von AAA. Die Stufen sind keine Prozentwerte. Für eine Konformitätsaussage sind außerdem die weiteren Konformitätsbedingungen zu beachten, etwa die Betrachtung vollständiger Seiten und vollständiger Prozesse.((W3C: | + | Die Konformitätsstufen A, AA und AAA bauen aufeinander auf: AA umfasst die anwendbaren Anforderungen von A und AA; AAA zusätzlich diejenigen von AAA. Die Stufen sind keine Prozentwerte. Für eine Konformitätsaussage sind außerdem die weiteren Konformitätsbedingungen zu beachten, etwa die Betrachtung vollständiger Seiten und vollständiger Prozesse.((W3C: |
| Für die gestalterische Arbeit im Studium bietet WCAG 2.2 eine geeignete Grundlage. Welche Version und welcher Umfang rechtlich oder vertraglich maßgeblich sind, muss für den Einsatzfall gesondert festgelegt werden. | Für die gestalterische Arbeit im Studium bietet WCAG 2.2 eine geeignete Grundlage. Welche Version und welcher Umfang rechtlich oder vertraglich maßgeblich sind, muss für den Einsatzfall gesondert festgelegt werden. | ||
| Line 121: | Line 123: | ||
| Dazu gehört eine bewusste Auswahl der [[extras: | Dazu gehört eine bewusste Auswahl der [[extras: | ||
| - | [[extras: | + | [[extras: |
| ==== Persona, Szenario und User Journey ==== | ==== Persona, Szenario und User Journey ==== | ||
| Line 141: | Line 143: | ||
| Ein zugängliches [[extras: | Ein zugängliches [[extras: | ||
| - | Für Webinhalte fordert WCAG 2.2 auf Stufe AA bei gewöhnlichem Text grundsätzlich mindestens 4,5:1 Kontrast zum Hintergrund. Für große Schrift genügen 3:1; als groß gelten mindestens 18 Punkt beziehungsweise mindestens 14 Punkt bei fetter Schrift. Das Kriterium enthält Ausnahmen, unter anderem für bestimmte dekorative oder inaktive Inhalte und Logos.((W3C WAI: [[https:// | + | Das Kontrastverhältnis beschreibt den Helligkeitskontrast zwischen zwei Farben, beispielsweise zwischen Text und Hintergrund. |
| - | Für visuelle Informationen, | + | Für visuelle Informationen, |
| Für die praktische Gestaltung empfiehlt sich: | Für die praktische Gestaltung empfiehlt sich: | ||
| Line 153: | Line 155: | ||
| * Zustände wie ausgewählt, | * Zustände wie ausgewählt, | ||
| - | Typografie und [[extras: | + | Typografie und Layout sollten im tatsächlichen Nutzungskontext geprüft werden. Ein rechnerischer Kontrastwert beschreibt beispielsweise nicht sämtliche Auswirkungen von Spiegelungen und Lichtverhältnissen an einem Ausstellungsdisplay. |
| ==== Bedienung, Fokus und Navigation ==== | ==== Bedienung, Fokus und Navigation ==== | ||
| - | Im [[extras: | + | Im [[extras: |
| - | Praktisch bedeutet dies beispielsweise, | + | Praktisch bedeutet dies beispielsweise, |
| - | Auch die Erreichbarkeit von Eingabezielen ist relevant. WCAG 2.2 verlangt auf Stufe AA für Zeigereingaben grundsätzlich mindestens 24 mal 24 CSS-Pixel große Ziele oder die Erfüllung einer der vorgesehenen Ausnahmen, etwa ausreichender Abstände. Diese Bildschirmmaße lassen sich nicht direkt als physische Abmessungen eines Tasters übernehmen.((W3C WAI: [[https:// | + | Auch die Erreichbarkeit von Eingabezielen ist relevant. WCAG 2.2 verlangt auf Stufe AA für Zeigereingaben grundsätzlich mindestens 24 mal 24 CSS-Pixel große Ziele oder die Erfüllung einer der vorgesehenen Ausnahmen, etwa ausreichender Abstände. CSS-Pixel sind logische Maßeinheiten eines Weblayouts und nicht mit den einzelnen physischen Bildpunkten eines Displays gleichzusetzen. Diese Bildschirmmaße lassen sich deshalb |
| Weiterführende Entwurfsfragen betreffen alternative Eingaben, gut erreichbare Hauptfunktionen und eine Bedienung, die unnötigen Zeitdruck vermeidet. | Weiterführende Entwurfsfragen betreffen alternative Eingaben, gut erreichbare Hauptfunktionen und eine Bedienung, die unnötigen Zeitdruck vermeidet. | ||
| Line 167: | Line 169: | ||
| ==== Formulare, Fehlermeldungen und technische Struktur ==== | ==== Formulare, Fehlermeldungen und technische Struktur ==== | ||
| - | Ein Formular benötigt verständliche Beschriftungen und Hinweise. Platzhalter allein sind als Feldbeschriftung ungeeignet, weil sie unter anderem während der Eingabe verschwinden können. Pflichtangaben, | + | Ein Formular benötigt verständliche Beschriftungen und Hinweise. Platzhalter allein sind als Feldbeschriftung ungeeignet, weil sie unter anderem während der Eingabe verschwinden können. Pflichtangaben, |
| - | Die technische Struktur ist ebenso wichtig wie die sichtbare Darstellung. Überschriften, | + | Die technische Struktur ist ebenso wichtig wie die sichtbare Darstellung. Semantische Auszeichnung bedeutet, einem Inhalt auch im Code seine Bedeutung zuzuordnen, beispielsweise als Überschrift, |
| - | Bei der Umsetzung sollten geeignete native Bedienelemente bevorzugt und ihre Eigenschaften erhalten werden. ARIA kann fehlende semantische Informationen ergänzen, stellt aber weder eine Tastaturbedienung noch das gewünschte Verhalten automatisch her. Individuell entwickelte Komponenten erfordern deshalb eine sorgfältige Umsetzung und Prüfung.((W3C WAI: [[https:// | + | Bei der Umsetzung sollten geeignete native Bedienelemente bevorzugt und ihre Eigenschaften erhalten werden. Mit ARIA lassen sich zusätzliche maschinenlesbare Angaben zu Rollen, Zuständen und Eigenschaften von Bedienelementen bereitstellen. ARIA kann damit fehlende semantische Informationen ergänzen, stellt aber weder eine Tastaturbedienung noch das gewünschte Verhalten automatisch her. Individuell entwickelte Komponenten erfordern deshalb eine sorgfältige Umsetzung und Prüfung.((W3C WAI: [[https:// |
| Bereits im [[extras: | Bereits im [[extras: | ||
| Line 177: | Line 179: | ||
| ==== Sprache, Bilder und Dokumente ==== | ==== Sprache, Bilder und Dokumente ==== | ||
| - | Verständliche Inhalte erklären notwendige Fachbegriffe, | + | Verständliche Inhalte erklären notwendige Fachbegriffe, |
| Bei Bildern richtet sich die Textalternative nach der Funktion im jeweiligen Zusammenhang: | Bei Bildern richtet sich die Textalternative nach der Funktion im jeweiligen Zusammenhang: | ||
| Line 186: | Line 188: | ||
| * Rein dekorative Bilder sollten für assistive Technologien entsprechend gekennzeichnet werden, statt eine unnötige Beschreibung zu erhalten. | * Rein dekorative Bilder sollten für assistive Technologien entsprechend gekennzeichnet werden, statt eine unnötige Beschreibung zu erhalten. | ||
| - | Der Dateiname oder eine beliebige automatische Bildbeschreibung ist dafür keine verlässliche Grundlage. Entscheidend ist, welche Information das Bild an dieser Stelle vermittelt.((W3C WAI: [[https:// | + | Der Dateiname oder eine beliebige automatische Bildbeschreibung ist dafür keine verlässliche Grundlage. Entscheidend ist, welche Information das Bild an dieser Stelle vermittelt.((W3C WAI: [[https:// |
| Bei PDFs und Präsentationen gehören unter anderem Dokumentstruktur, | Bei PDFs und Präsentationen gehören unter anderem Dokumentstruktur, | ||
| Line 192: | Line 194: | ||
| ==== Audio, Video und Animation ==== | ==== Audio, Video und Animation ==== | ||
| - | Bei audiovisuellen Medien sollten die erforderlichen Zugänge bereits in Drehbuch, Aufnahme und Schnitt berücksichtigt werden. Untertitel vermitteln Sprache und relevante Geräusche zeitlich passend zum Bild. Transkripte stellen gesprochene beziehungsweise auditive Inhalte als Text bereit. Audiodeskription erschließt relevante visuelle Informationen, | + | Bei audiovisuellen Medien sollten die erforderlichen Zugänge bereits in Drehbuch, Aufnahme und Schnitt berücksichtigt werden. Untertitel vermitteln Sprache und relevante Geräusche zeitlich passend zum Bild. Transkripte stellen gesprochene beziehungsweise auditive Inhalte als Text bereit. Audiodeskription erschließt relevante visuelle Informationen, |
| - | Automatisch erzeugte Untertitel können die Bearbeitung unterstützen. Sie müssen auf Inhalt, Zuordnung und zeitliche Passung geprüft und korrigiert werden. Gerade Namen, Fachbegriffe und bedeutungstragende Geräusche benötigen Aufmerksamkeit.((W3C WAI: [[https:// | + | Automatisch erzeugte Untertitel können die Bearbeitung unterstützen. Sie müssen auf Inhalt, Zuordnung und zeitliche Passung geprüft und korrigiert werden. Gerade Namen, Fachbegriffe und bedeutungstragende Geräusche benötigen Aufmerksamkeit.((W3C WAI: [[https:// |
| - | Animationen sollten einen nachvollziehbaren Zweck besitzen. Für nicht wesentliche, | + | Animationen sollten einen nachvollziehbaren Zweck besitzen. Für nicht wesentliche, |
| ==== Interaktive Objekte, Physical Computing und Ausstellungen ==== | ==== Interaktive Objekte, Physical Computing und Ausstellungen ==== | ||
| Line 221: | Line 223: | ||
| Bei immersiven Anwendungen entstehen zusätzliche Fragen: Ist eine Nutzung im Sitzen möglich? Welche Bewegungen und Controller werden vorausgesetzt? | Bei immersiven Anwendungen entstehen zusätzliche Fragen: Ist eine Nutzung im Sitzen möglich? Welche Bewegungen und Controller werden vorausgesetzt? | ||
| - | Die //XR Accessibility User Requirements// | + | Die //XR Accessibility User Requirements// |
| Bei KI-gestützten Projekten sollte untersucht werden, welche Eingaben das System voraussetzt und wie mit nicht erkannten Eingaben umgegangen wird. Eine sprachbasierte Anwendung kann beispielsweise eine zusätzliche Texteingabe vorsehen. Automatisch erzeugte Texte, Beschreibungen oder Untertitel sollten in Bezug auf ihren konkreten Zweck geprüft werden. Die technische Erzeugung einer Alternative ist erst ein Schritt zu ihrer tatsächlichen Nutzbarkeit. | Bei KI-gestützten Projekten sollte untersucht werden, welche Eingaben das System voraussetzt und wie mit nicht erkannten Eingaben umgegangen wird. Eine sprachbasierte Anwendung kann beispielsweise eine zusätzliche Texteingabe vorsehen. Automatisch erzeugte Texte, Beschreibungen oder Untertitel sollten in Bezug auf ihren konkreten Zweck geprüft werden. Die technische Erzeugung einer Alternative ist erst ein Schritt zu ihrer tatsächlichen Nutzbarkeit. | ||
| Line 234: | Line 236: | ||
| Die EN 17161 beschreibt einen Prozessansatz für die systematische Berücksichtigung von Barrierefreiheit bei Produkten und Dienstleistungen. Für die Studienpraxis lässt sich daran die Aufgabe anschließen, | Die EN 17161 beschreibt einen Prozessansatz für die systematische Berücksichtigung von Barrierefreiheit bei Produkten und Dienstleistungen. Für die Studienpraxis lässt sich daran die Aufgabe anschließen, | ||
| + | |||
| + | Die verlinkte Seite bietet hierzu einen frei zugänglichen Überblick. Sie stellt nicht den vollständigen Normtext bereit. Für die Arbeit mit dieser Einführung genügt zunächst der erläuterte Prozessgedanke; | ||
| ==== Anschluss an den Entwurfsprozess ==== | ==== Anschluss an den Entwurfsprozess ==== | ||
| Line 249: | Line 253: | ||
| Inklusive Projektarbeit berücksichtigt auch die Bedingungen der Zusammenarbeit. Ein ausschließlich visuelles Whiteboard, eine schlecht zugängliche Datei oder ein Gespräch ohne nachvollziehbare Moderation kann Beteiligung erschweren. | Inklusive Projektarbeit berücksichtigt auch die Bedingungen der Zusammenarbeit. Ein ausschließlich visuelles Whiteboard, eine schlecht zugängliche Datei oder ein Gespräch ohne nachvollziehbare Moderation kann Beteiligung erschweren. | ||
| - | Für Workshops und Präsentationen empfiehlt sich, Unterstützungsbedarfe vorab zu erfragen, Materialien rechtzeitig zugänglich bereitzustellen und wichtige visuelle Informationen auch sprachlich zu erläutern. Dazu gehören geeignete Kommunikationswerkzeuge, | + | Für Workshops und Präsentationen empfiehlt sich, Unterstützungsbedarfe vorab zu erfragen, Materialien rechtzeitig zugänglich bereitzustellen und wichtige visuelle Informationen auch sprachlich zu erläutern. Dazu gehören geeignete Kommunikationswerkzeuge, |
| Im Team sollten alternative Formen der Rückmeldung möglich sein, etwa mündlich, schriftlich oder zeitlich versetzt. Entscheidungen und nächste Schritte werden so dokumentiert, | Im Team sollten alternative Formen der Rückmeldung möglich sein, etwa mündlich, schriftlich oder zeitlich versetzt. Entscheidungen und nächste Schritte werden so dokumentiert, | ||
| Line 257: | Line 261: | ||
| ===== 7. Prüfen und verbessern ===== | ===== 7. Prüfen und verbessern ===== | ||
| - | Barrierefreiheit wird durch mehrere sich ergänzende Prüfungen untersucht. Automatisierte Werkzeuge können bestimmte Fehler erkennen. Andere Fragen erfordern menschliche Beurteilung oder eine praktische Erprobung. Kein einzelnes Werkzeug kann die vollständige Zugänglichkeit eines Angebots feststellen.((W3C WAI: [[https:// | + | Barrierefreiheit wird durch mehrere sich ergänzende Prüfungen untersucht. Automatisierte Werkzeuge können bestimmte Fehler erkennen. Andere Fragen erfordern menschliche Beurteilung oder eine praktische Erprobung. Kein einzelnes Werkzeug kann die vollständige Zugänglichkeit eines Angebots feststellen.((W3C WAI: [[https:// |
| ^ Prüfweg ^ Möglicher Beitrag ^ Grenze ^ | ^ Prüfweg ^ Möglicher Beitrag ^ Grenze ^ | ||
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| | Tests mit Nutzer*innen | Tatsächliche Schwierigkeiten, | | Tests mit Nutzer*innen | Tatsächliche Schwierigkeiten, | ||
| - | Nutzungstests und Konformitätsprüfungen beantworten unterschiedliche, | + | Nutzungstests und Konformitätsprüfungen beantworten unterschiedliche, |
| ==== Erste praktische Prüfungen im Studium ==== | ==== Erste praktische Prüfungen im Studium ==== | ||
| Line 314: | Line 318: | ||
| Die zentrale Reflexionsfrage lautet: **Welche Menschen können an diesem Angebot selbstständig teilnehmen, welche Voraussetzungen verlangt es und welche Barrieren bestehen weiterhin? | Die zentrale Reflexionsfrage lautet: **Welche Menschen können an diesem Angebot selbstständig teilnehmen, welche Voraussetzungen verlangt es und welche Barrieren bestehen weiterhin? | ||
| - | ===== Weiterführende | + | ===== Quellen |
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| + | ==== Einstieg ohne technische Vorkenntnisse ==== | ||
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| + | ==== Hilfen für konkrete Gestaltungsaufgaben ==== | ||
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| + | ==== Fachliche Vertiefung und Nachweise ==== | ||
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| + | * [[https:// | ||
| + | * [[https:// | ||
| + | * [[https:// | ||
| + | * [[https:// | ||
| + | * Die im Artikel verlinkten Gesetzestexte dienen als Primärquellen. Für eine konkrete Frage sollten zuerst die jeweils genannten Paragrafen und der Anwendungsbereich gelesen werden. Der vollständige Gesetzestext ist keine vorausgesetzte Einstiegslektüre. | ||
| - | * [[https://www.w3.org/ | + | //Rechtliche Einordnung |
| - | * [[https:// | + | |
| - | * [[https:// | + | |
| - | * [[https://barrierefreiheit.dh.nrw/ | + | |
| - | //Stand der rechtlichen Einordnung: 6. November 2026. Für den konkreten Projekteinsatz sind der Anwendungsbereich, | ||
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