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KI Kompass
KI Kompass ist ein Wandelfonds-Projekt zur Orientierung und Integration von KI-Kompetenzen im Bachelorstudiengang Creative Technologies. Der Studiengang befand sich bei Antragstellung noch in der Entwicklung. Der Start ist für das Wintersemester 2026/27 vorgesehen. Einzelne Lehrende planen bereits den Einsatz von KI in ihren Veranstaltungen. Es gibt dafür bislang keine gemeinsame Linie. Es fehlen abgestimmte Lernziele, Prüfungsbeispiele und werkstattbezogene Abläufe. Das erhöht das Risiko uneinheitlicher Anforderungen zwischen Modulen. Es erschwert vergleichbare Bewertungen. KI Kompass schafft eine konsistente, programmweite Grundlage. Sie reduziert Doppelarbeit. Sie verbessert Transparenz und Bewertungssicherheit.
- Projektzeitraum: 01.05.2026 bis zum 30.04.2028
- Fördersumme: 29.999,85 EUR
- Teilnehmende:
- WiMi Leonie Winkelmann
Meetings:
Ausgangslage und Veränderungsbedarf
Creative Technologies ist als neuer Studiengang konzipiert und steht kurz vor dem Start. In dieser Phase entsteht eine einmalige Integrationschance: KI-Grundlagen können so angelegt werden, dass sie nicht punktuell in einzelnen Lehrveranstaltungen entstehen, sondern als gemeinsamer Standard für den gesamten Studiengang wirken. Im Antrag wird der Veränderungsbedarf konkret benannt:
- Es fehlen abgestimmte Lernziele für KI,
- es existieren keine einheitlichen Beispiele für Prüfungen und
- es gibt keine klaren, gemeinsam getragenen Abläufe für die Arbeit in den Werkstätten.
Ohne koordinierte Umsetzung drohen unterschiedliche Anforderungen je nach Modul, unnötige Mehrfachentwicklungen und Unsicherheit in der Bewertung von Leistungen, insbesondere wenn KI-gestützte Beiträge in Projekten und Prüfungen eine Rolle spielen.
Zielbild und Leitplanken
KI Kompass legt die KI-Grundlagen für den gesamten Studiengang durch vier zentrale Bausteine: einen gemeinsamen Kompetenzrahmen, der festhält, was Studierende am Ende wissen und können sollen, verständliche Prüfungsbeispiele, einen handhabbaren Werkzeugkasten für Lehrende sowie eine einfache und sichere Einbindung in die Lernplattform der Hochschule. Die Ergebnisse werden als offene Lehrmaterialien organisiert, mit klaren Zuständigkeiten, damit Inhalte auffindbar, aktualisierbar und langfristig pflegbar bleiben. Die Umsetzung ist entlang der Prozesskette Lernen, Entwerfen und Produzieren strukturiert und folgt dabei durchgehend drei Leitplanken:
- verantwortungsvoller Umgang mit KI,
- Veröffentlichung als offene Materialien und
- eine sichere Anbindung an die Hochschulsysteme.
Hinweis zur Nutzung von KI
Bei der Nutzung von KI ist die KI-Leitlinie der FH Münster zu befolgen. Diese gibt wichtige Informationen zur Verwendung von KI an der FH Münster. Sollten darüber hinaus neue KI-Tools zum Einsatz kommen, die bislang nicht durch das DVZ bereitgestellt werden, ist gegebenenfalls eine Einbindung von Datenschutz, Interessensvertretung und IT-Sicherheit erforderlich.
Siehe auch:
- KI-Tools an der FH Münster: Confluence-Bereich
Inhalte entlang der Prozesskette Lernen, Entwerfen, Produzieren
Im Bereich Lernen adressiert das Projekt die heterogenen Vorkenntnisse zu Studienbeginn und den hohen Aufwand für individuelles Feedback. Dafür wird ein einfacher Lernbegleiter für das Programmieren entwickelt, der typische Fehler sichtbar macht und kurze Tests bzw. formative Überprüfungen ermöglicht, ergänzt um Übungseinheiten, in denen KI-Ergebnisse nachvollzogen und Grenzen verstanden werden können. Im Bereich Entwerfen reagiert KI Kompass auf typische Reibungen in Projektarbeit, insbesondere fehlende Qualitätsmaßstäbe und lange Iterationsschleifen. Hier entstehen Hilfen für schnelle Code-Skizzen sowie klare Arbeitsabläufe, die es ermöglichen, Ideen schneller zu erproben und Ergebnisse fair und nachvollziehbar zu bewerten. Im Bereich Produzieren wird der Transfer in werkstattnahe Prozesse vorbereitet, indem praktische Hilfen wie Datei-Checks und Einstellungs-Vorschläge für Fertigungs- und Werkstattworkflows bereitgestellt werden, mit dem Ziel, Sicherheit, Reproduzierbarkeit und Qualität in der Umsetzung zu erhöhen.
Vorgehen und technische Umsetzung
Die Entwicklung folgt einem nachvollziehbaren und datensparsamen Ansatz. Die Hilfen werden so gestaltet, dass sie sich möglichst einfach in bestehende Lernplattformen integrieren lassen und, wo möglich, in Browseranwendungen einbettbar sind. Qualitätssicherung wird über klare Beispiele, Probefälle und kurze Prüflisten organisiert, damit sowohl Lehrende als auch Studierende transparente Referenzpunkte für Bewertung und Feedback erhalten. Alle Unterlagen werden mit gut sichtbaren Quellenangaben und Versionsständen veröffentlicht, und für den Betrieb werden feste Ansprechpersonen sowie einfache Notfall-Abläufe definiert, um die Nutzbarkeit im Studienalltag abzusichern.
Projektphasen, Zeitplan und Meilensteine
Ressourcenlogik: Personal und Sachmittel
Die beantragten Ressourcen sind bewusst als kleine, klar zugeordnete Anteile konzipiert. Eine wissenschaftliche Mitarbeiterin oder ein wissenschaftlicher Mitarbeiter koordiniert die Grundlagen, einschließlich Rahmenarbeit, Datenschutz, Prüfungsbeispiele, Einbindung in die Lernplattform und Abstimmung mit den beteiligten Professorinnen und Professoren. Eine Person mit Programmier- und Werkstatt-Erfahrung, voraussichtlich als WHK, setzt die Bausteine praktisch um. Die beteiligten Professorinnen und Professoren prüfen die Qualität, und eine studentische Hilfskraft pflegt die offenen Materialien, sammelt Rückmeldungen und unterstützt Tests. Die Sachmittel decken zwei Workshops zu verantwortungsvoller KI mit internationalen Gästen sowie eine kurze Recherchereise an eine Hochschule in Berlin ab. Grundausstattung und Lehraufträge sind nicht Gegenstand der Beantragung; Cloud-Dienste, sofern Tests dies erfordern, werden über Laborkonten gedeckt.
Bewirtungen, Aufmerksamkeiten und Grundausstattung sind nicht förderfähig.
Zielgruppen und Nutzen
Direkt profitieren die Studierenden des ersten Jahrgangs, im Antrag mit etwa 30 bis 40 Personen beschrieben, indem sie in mehreren Modulen lernen, KI-Technologien sinnvoll und kritisch einzusetzen. Die Anwendung ist praxisnah gedacht: In Coding Essentials wird sichtbar, wie KI bei Code-Vervollständigung helfen kann und zugleich typische Fehlerquellen auftreten; in Creative Coding entstehen KI-gestützte Prototypen; in der Projektwerkstatt wird KI genutzt, um Aspekte wie Material, Form oder Verhalten von Entwürfen zu simulieren und zu reflektieren. Parallel profitieren Lehrende, Tutorinnen und Tutoren sowie Werkstattteams, weil gemeinsame Vorlagen, klare Abläufe und offene Lehrmaterialien den Aufwand reduzieren und die Qualität erhöhen. Inhaltlich reagiert das Projekt auf zentrale Diskussionen der Hochschullehre, etwa KI-Literacy, Explainable AI, Vertrauen in digitale Systeme und Transparenz in der Bewertung KI-generierter Inhalte.
Nachhaltigkeit und Transfer
Die Verstetigung ist über eine dauerhafte Verankerung im Studiengang Creative Technologies geplant, insbesondere über die Rollen Prof. Felix Beck (Informatik) und Prof. Sven Bodenburg (Elektrotechnik). Der Kompetenzrahmen und die Prüfungsbeispiele sollen langfristig in Modulbeschreibungen und, wo sinnvoll, in Prüfungstexte einfließen, sodass KI-Kompetenzen nicht als Zusatzthema, sondern als integrierter Bestandteil der Studiengangslogik etabliert werden. Gleichzeitig ist Transfer explizit mitgedacht: Durch offene, gut dokumentierte Materialien können auch andere Fachbereiche, etwa Design und Architektur, Inhalte übernehmen und anpassen, was die Zusammenarbeit auf dem Campus stärkt und ein hochschulweit nutzbares Modell für interdisziplinäre KI-Kompetenzvermittlung bereitstellt.

