====== Einführung in Interaction Design (IxD) ====== Interaction Design, kurz **IxD**, beschäftigt sich mit der **Gestaltung von Interaktionen** zwischen Menschen und digitalen Systemen. Im Zentrum steht die Frage, **wie Benutzer*innen mit Technologien kommunizieren und wie diese Interaktionen strukturiert, verständlich und sinnvoll gestaltet werden können**. Interaction Design ist ein eigenständiges Fachgebiet, das eng mit [[teaching:ba:courses:mediadesign-project:wise24-25:user-experience-design|UX Design]] und [[teaching:ba:courses:mediadesign-project:wise24-25:user-interface-design|UI Design]] verknüpft ist, sich jedoch vorrangig auf das **Verhalten** und die **dynamischen Abläufe** in der Mensch-Computer-Interaktion konzentriert. ===== Was ist Interaction Design? ===== Interaction Design untersucht und gestaltet: * **Abläufe von Interaktionen** (z. B. Klickpfade, Gesten, Touch-Interaktionen) * **Systemreaktionen auf Nutzeraktionen** (z. B. Feedback, Animationen, Statusanzeigen) * **Zustandswechsel** in Benutzeroberflächen * **Zeitliche Strukturen** von Bedienprozessen * **Multimodale Interaktionen** (z. B. Sprache, Haptik, Bewegung) Im Mittelpunkt steht das **Nutzerverhalten im Dialog mit dem System** – vom einfachen Buttonklick bis zu komplexen Nutzungsszenarien. ===== Ziele des Interaction Designs ===== Interaction Design verfolgt das Ziel, Interaktionen so zu gestalten, dass sie: * **verständlich und intuitiv** sind, * **vorhersehbar** auf Eingaben reagieren, * **effizient und störungsfrei** ablaufen, * **angemessenes Feedback** geben, * eine **positive, kohärente Nutzererfahrung** erzeugen. ===== Interaction Design im Gestaltungsprozess ===== Interaction Design ist ein zentraler Bestandteil nutzerzentrierter Entwicklungsprozesse. Typische Aktivitäten umfassen: - **Nutzungsszenarien und Use Cases**: Beschreibung typischer Anwendungssituationen. - **User Flows und Interaktionsdiagramme**: Modellierung möglicher Handlungspfade. - **Wireframes und Prototypen**: Visualisierung der Interaktionen in frühen Designphasen. - **Motion Design und Microinteractions**: Gestaltung kleiner, gezielter Reaktionen auf Nutzerverhalten. - **Evaluation und Testing**: Erprobung der Interaktionen auf Verständlichkeit, Effizienz und Relevanz. Interaction Design ist **iterativ**, d. h. es wird wiederholt getestet und angepasst. ===== Abgrenzung zu verwandten Disziplinen ===== Interaction Design ist verwandt mit, aber abzugrenzen von: * [[teaching:ba:courses:mediadesign-project:wise24-25:user-experience-design|User Experience Design]] (UX) – übergreifender Fokus auf das gesamte Nutzungserlebnis. * [[teaching:ba:courses:mediadesign-project:wise24-25:user-interface-design|User Interface Design]] (UI) – Fokus auf die visuelle und strukturelle Gestaltung der Oberfläche. * Human-Computer Interaction (HCI) – wissenschaftliche Disziplin zur Erforschung von Mensch-Maschine-Interaktion. Interaction Design ist stärker **praxis- und gestaltungsorientiert** und schlägt die Brücke zwischen Technik, Gestaltung und menschlichem Verhalten. ===== Fazit ===== Interaction Design ist ein zentrales Element erfolgreicher digitaler Produkte. Es sorgt dafür, dass **Technologie nicht nur funktioniert, sondern auch sinnvoll, verständlich und angenehm erlebbar wird**. Durch die Gestaltung der Interaktionen wird festgelegt, wie sich ein System „anfühlt“ – ob es träge, präzise, verspielt oder professionell wirkt. Gute Interaktionsgestaltung ist daher **entscheidend für die Qualität der Mensch-Technik-Beziehung**.