Arbeitsstand zur Abstimmung mit Adriaan Bernstein
Die nachfolgende Struktur ist ein Vorschlag für die Durchführung des Moduls im WiSe 2026/27. Ausgangspunkt sind die verbindlichen Lernziele und Lerninhalte aus dem Modulhandbuch sowie die Einordnung des Moduls in das Curriculum des Bachelorstudiengangs Creative Technologies.
Medientechnik und Medienformate vermittelt die technische Grundlage digitaler Medien. Der Kurs soll nicht primär Mediengestaltung oder die Bedienung einzelner Programme vermitteln, sondern erklären, wie digitale Medien technisch entstehen, repräsentiert, gespeichert, verarbeitet, übertragen und ausgegeben werden.
Die übergeordnete technische Kette des Kurses lautet:
REAL WORLD → CAPTURE → DIGITIZE → REPRESENT → ENCODE → STORE → PROCESS → TRANSMIT → OUTPUT
Anhand dieser Kette werden Bild, Audio, Video und 3D nicht als voneinander isolierte Themen betrachtet, sondern als unterschiedliche Formen digitaler Daten mit gemeinsamen technischen Prinzipien.
CT 103 findet im ersten Semester parallel zu folgenden Modulen statt:
Die Module sollen sich möglichst ergänzen und Doppelungen vermeiden.
CT 101 – Design & Innovation behandelt den Designprozess, Ideenentwicklung, Prototyping und gestalterische Problemlösung.
CT 102 – Grundlagen Digitale Medien behandelt Wahrnehmung, Form, Farbe, Typografie, Bewegung, Klang und Interaktion aus gestalterischer Perspektive.
CT 103 – Medientechnik und Medienformate behandelt dagegen die technische Ebene digitaler Medien.
CT 104 – Coding Essentials vermittelt die Grundlagen der Programmierung und Datenverarbeitung.
Eine mögliche einfache Abgrenzung lautet:
CT 101: Wie entwickeln wir Ideen und Lösungen?
CT 102: Wie wirken digitale Medien?
CT 103: Wie funktionieren digitale Medien technisch?
CT 104: Wie verarbeitet Software Daten?
CT 103 schafft gleichzeitig technische Grundlagen für spätere Module wie:
Weitere Übersicht:
Das Modul umfasst 5 CP mit einem Gesamtworkload von 150 Stunden.
Kontaktzeit:
Selbststudium:
Die Studierenden sollen:
Folgende Themen müssen im Verlauf des Moduls behandelt werden:
Das Modul besteht aus:
Die Präsenzblöcke sollen Theorie, Demonstrationen und praktische Übungen miteinander verbinden.
Ein wiederkehrendes Prinzip kann dabei sein:
verstehen → ausprobieren → verändern → vergleichen → technisch bewerten
Ein weiteres durchgehendes Übungsprinzip könnte sein:
Same Content – Different Format
Dasselbe Ausgangsmaterial wird mit unterschiedlichen Parametern, Formaten und Kompressionsverfahren verarbeitet. Anschließend werden Qualität, Dateigröße, technische Eigenschaften und geeignete Einsatzbereiche miteinander verglichen.
02. Oktober 2026, 10:00–13:00, online
Ziel dieses ersten Theorieblocks ist die Einführung einer gemeinsamen technischen Sprache für das gesamte Modul.
Die grundlegende Media Pipeline wird eingeführt:
Capture → Digitize → Represent → Encode → Store → Process → Transmit → Output
16. Oktober 2026, 10:00–13:00, online
Der erste Block behandelt die Digitalisierung realer Signale am Beispiel von Audio und Bild.
09:00–17:00
Schwerpunkt ist die komplette technische Audiokette:
Sound → Microphone → Sampling → Audio Data → Processing → File → Playback
Same Sound – Different Data
Dieselbe Audioaufnahme wird beispielsweise ausgegeben als:
Anschließend werden technische Eigenschaften, Dateigröße und wahrnehmbare Unterschiede verglichen.
Die Inhalte können unmittelbar an das Semesterthema von Design & Innovation gekoppelt werden.
09:00–14:00
Schwerpunkt ist die technische Kette eines digitalen Bildes:
Light → Camera → Sensor → Pixel Data → Processing → File → Display
Same Image – Different Data
Ein Ausgangsbild wird mit verschiedenen Parametern und Formaten gespeichert.
Verglichen werden:
09:00–14:00
Dieser Tag behandelt den technischen Workflow digitaler Medienproduktionen.
Beispielsweise:
FFmpeg kann exemplarisch verwendet werden, um die Verbindung zwischen Medientechnik und automatisierter Datenverarbeitung sichtbar zu machen. Eine vertiefte Programmierung ist nicht Bestandteil dieses Moduls.
13. November 2026, 10:00–13:00, online
Der zweite Theorieblock erweitert die bekannten Prinzipien auf Video, 3D und Mediensysteme.
Video kann zunächst als Kombination bereits bekannter Medien verstanden werden:
Video = Images over Time + Audio + Container
Ziel ist keine Einführung in Computergrafik, sondern das Verständnis von 3D als Medienformat.
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen:
3D Media ≠ CAD Data
CAD, Konstruktion und digitale Fertigung werden in späteren Modulen vertieft.
09:00–17:00
Schwerpunkt:
Scene → Camera → Frames + Audio → Codec → Container → File → Playback
Same Video – Different Data
Eine kurze Videosequenz wird mit unterschiedlichen Parametern ausgegeben:
Anschließend werden Dateigröße, Qualität und technische Einsatzmöglichkeiten verglichen.
Eine einfache zentrale Beziehung lautet:
Dateigröße ≈ Datenrate × Zeit
09:00–14:00
Dieser Block behandelt die technische Ausgabe digitaler Medien.
Make it Play
Eine funktionierende Medienkette wird aufgebaut:
Source → Interface → Processing → Output Device
Technische Fehler werden systematisch gesucht und analysiert.
VR-/AR-Systeme werden hier zunächst als besondere Ein- und Ausgabesysteme betrachtet. Die Gestaltung immersiver Anwendungen ist nicht Bestandteil dieses Moduls.
09:00–14:00
Der letzte Präsenzblock führt mehrere Medienarten zusammen.
Zum Abschluss wird eine vollständige medientechnische Aufgabe analysiert.
Beispiel:
Eine interaktive Ausstellung soll ein 4K-Video, Stereo-Audio, mehrere Bilder und ein 3D-Modell über ein digitales Wiedergabesystem ausgeben.
Welche Formate sind geeignet?
Welche Auflösungen und Datenraten sind sinnvoll?
Welche Kompressionsverfahren können eingesetzt werden?
Welche Ein- und Ausgabegeräte werden benötigt?
Welche technischen Probleme können auftreten?
Wie müssen die Daten für zuverlässige Wiedergabe organisiert werden?
Ziel ist die Anwendung des gesamten Kurswissens auf einen realistischen Creative-Technologies-Kontext.
04. Dezember 2026, 10:00–13:00, online
Laut Modulbeschreibung ist eine Klausur mit einer Dauer von ca. 60 Minuten vorgesehen.
Für das WiSe 2026/27 ist voraussichtlich eine Multiple-Choice-Prüfung geplant.
Der dreistündige Kalendereintrag kann als organisatorisches Prüfungsfenster einschließlich technischem Setup und Puffer dienen.
Die Prüfung sollte nicht primär das Auswendiglernen von Formatlisten testen, sondern grundlegendes technisches Verständnis und Transfer.
Mögliche Fragetypen:
Welche Aussage über MP4 ist korrekt?
Welche unmittelbare Folge hat eine höhere Sampling Rate bei ansonsten identischen Einstellungen?
Die geplanten Lehrveranstaltungen umfassen insgesamt ca. 45 Zeitstunden und entsprechen damit etwa 60 Unterrichtsstunden.
Das Modulhandbuch sieht vor:
Die drei Online-Termine umfassen zusammen 9 Zeitstunden bzw. 12 Unterrichtsstunden.
Daher sollten auch innerhalb der Präsenzblöcke kurze Theorieinputs, Demonstrationen und gemeinsame Analysen stattfinden.
Eine mögliche Verteilung wäre:
CT 103 sollte bewusst nicht folgende Themen vertiefen:
Diese Inhalte werden in anderen Modulen des Curriculums behandelt.
CT 103 schafft dagegen die technische Grundlage dafür, dass Studierende in späteren Modulen digitale Medien bewusst auswählen, erzeugen, verarbeiten und in komplexere Systeme integrieren können.
Für die weitere Abstimmung sollten insbesondere folgende Punkte geklärt werden: