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Table of Contents
Mini-Challenges
Über das Semester bearbeiten die Studierenden acht aufeinander aufbauende Mini-Challenges als Hausaufgaben. Jede Mini-Challenge besteht aus zwei Teilaufgaben und erstreckt sich über zwei Wochen. Die Ergebnisse werden im seminaristischen Unterricht vorgestellt, miteinander verglichen und gemeinsam reflektiert. Anschließend wird die jeweils nächste Teilaufgabe gestellt und bis zum folgenden Termin im Selbststudium bearbeitet. Prozess, Varianten und Ergebnisse werden kontinuierlich in der Dokumentationsbox festgehalten.
Mini-Challenge 01 – Form & Composition
Wie entsteht aus einfachen Elementen eine visuelle Ausdrucksform?
Teilaufgabe A – Form & Relation
Entwickelt mit einfachen geometrischen Elementen eine Serie unterschiedlicher visueller Kompositionen. Verwendet zunächst nur wenige Elemente und untersucht gezielt das Verhältnis von Größe, Position, Abstand und Gewichtung.
Erstellt mehrere deutlich unterschiedliche Varianten und untersucht, wie bereits kleine Veränderungen die visuelle Wirkung einer Komposition beeinflussen.
Teilaufgabe B – Variation & Transformation
Wählt eine der entstandenen Kompositionen aus und entwickelt daraus eine Serie von Variationen. Verändert einzelne Parameter wie Größe, Position, Wiederholung, Rhythmus, Skalierung oder Rotation.
Die Grundidee soll dabei erkennbar bleiben. Untersucht, wie weit ein visuelles System verändert werden kann und trotzdem als zusammengehörige Serie wahrgenommen wird.
Mini-Challenge 02 – Color & Perception
Wie verändert Farbe die Wahrnehmung und Wirkung eines visuellen Systems?
Teilaufgabe A – Color & Effect
Verwendet eine bestehende oder neu entwickelte einfache Komposition und erstellt davon unterschiedliche Farbvarianten.
Untersucht, wie Farbton, Sättigung, Helligkeit und unterschiedliche Farbkombinationen die Wirkung verändern. Die formale Struktur bleibt möglichst gleich, sodass die Wirkung der Farbe miteinander verglichen werden kann.
Teilaufgabe B – Color in Context
Untersucht die Wirkung von Farbe in unterschiedlichen Zusammenhängen. Verwendet gleiche oder ähnliche Farben in unterschiedlichen visuellen Umgebungen und entwickelt daraus mehrere Varianten.
Setzt Farbe gezielt ein, um unterschiedliche Wirkungen wie Aufmerksamkeit, Ruhe, Spannung, Nähe, Distanz oder Atmosphäre zu erzeugen.
Mini-Challenge 03 – Typography
Wie kann Schrift gleichzeitig Information und visuelles Gestaltungsmittel sein?
Teilaufgabe A – Type & Families
Wählt einen kurzen Text, ein Wort oder eine kleine Gruppe von Wörtern und gestaltet damit unterschiedliche typografische Varianten.
Experimentiert mit verschiedenen Schriftfamilien, Schriftschnitten, Größen, Laufweiten und Abständen. Der Inhalt bleibt gleich, während sich die typografische Gestaltung verändert.
Vergleicht, wie stark die Wahl und Behandlung einer Schrift die Wahrnehmung desselben Inhalts beeinflussen kann.
Teilaufgabe B – Type as Form
Verwendet Schrift nun bewusst als visuelles Material. Experimentiert mit Größe, Gewicht, Wiederholung, Überlagerung, Ausschnitt, Rotation und Transformation.
Entwickelt eine Serie, bei der Schrift nicht ausschließlich gelesen, sondern ebenso als Form und visuelles Ausdrucksmittel wahrgenommen wird.
Mini-Challenge 04 – Generative Systems
Wie kann Gestaltung durch Regeln statt durch die Platzierung einzelner Elemente entstehen?
Teilaufgabe A – Rules & Parameters
Entwickelt mit p5.js ein einfaches visuelles System, dessen Erscheinungsbild durch wenige Regeln bestimmt wird.
Definiert Formen und Parameter und verwendet beispielsweise Wiederholung, Position, Größe oder Rotation. Verändert anschließend einzelne Parameter und beobachtet, wie sich dadurch das Gesamtsystem verändert.
KI-Tools können für die Erstellung und Veränderung des Codes verwendet werden. Entscheidend ist nicht, den Code vollständig selbst zu schreiben, sondern zu verstehen, welche gestalterischen Parameter das Ergebnis beeinflussen.
Teilaufgabe B – Variation & Emergence
Entwickelt das entstandene System weiter. Ergänzt Variation, Zufall oder weitere Regeln und erzeugt daraus eine Serie unterschiedlicher Ergebnisse.
Untersucht, wie aus wenigen einfachen Regeln komplexere visuelle Strukturen entstehen können. Wählt mehrere charakteristische Ergebnisse aus und dokumentiert, durch welche Veränderungen diese entstanden sind.
Mini-Challenge 05 – Motion & Time
Wie verändert Zeit die Wahrnehmung und Wirkung von Gestaltung?
Teilaufgabe A – Zoetrope
Entwickelt eine kurze zyklische Bewegungssequenz für ein Zoetrope. Die Bewegung soll aus einer begrenzten Anzahl einzelner Bilder entstehen und sich als kontinuierlicher Loop wiederholen lassen.
Experimentiert mit der Veränderung von Form, Position, Größe oder Orientierung von Bild zu Bild. Entscheidend ist, wie aus einzelnen statischen Zuständen die Wahrnehmung einer Bewegung entsteht.
Teilaufgabe B – Principles of Animation
Entwickelt eine kurze digitale Motion Study und wendet darauf ausgewählte klassische Animationsprinzipien an.
Experimentiert beispielsweise mit Timing, Squash & Stretch, Anticipation oder Follow Through. Erstellt Varianten derselben grundlegenden Bewegung und untersucht, wie sich deren Charakter und Wirkung durch unterschiedliche zeitliche Gestaltung verändert.
Mini-Challenge 06 – Sound & Experience
Wie verändert Klang die Wahrnehmung und Atmosphäre einer medialen Erfahrung?
Teilaufgabe A – Sound as Material
Entwickelt eine kurze akustische Studie aus wenigen Klängen oder Geräuschen.
Experimentiert mit Rhythmus, Dauer, Intensität, Wiederholung, Pause und Kontrast. Erstellt unterschiedliche Varianten und untersucht, welche Atmosphäre oder Wirkung allein durch die Anordnung und Veränderung von Klang entstehen kann.
Teilaufgabe B – Sound & Visuals
Verbindet Klang mit einer visuellen oder zeitbasierten Arbeit. Dabei kann auf Ergebnisse vorheriger Mini-Challenges zurückgegriffen oder eine neue kurze Studie entwickelt werden.
Erstellt unterschiedliche Varianten des Zusammenspiels von Bild, Bewegung und Klang. Untersucht insbesondere, wie derselbe visuelle Inhalt durch unterschiedliche Klänge jeweils anders wahrgenommen werden kann.
Mini-Challenge 07 – Interaction & Response
Wie wird aus einem medialen System ein System, das auf Eingaben reagiert?
Teilaufgabe A – Input & Interaction
Entwickelt mit p5.js ein einfaches visuelles System, das auf Eingaben reagiert.
Verwendet beispielsweise Mausposition, Mausklick oder Tastatureingaben, um Eigenschaften wie Position, Größe, Farbe, Bewegung oder Verhalten zu verändern.
Untersucht dabei den grundlegenden Zusammenhang:
Input → Process → Output
Teilaufgabe B – Reaction & Feedback
Entwickelt das System aus Teilaufgabe A weiter und experimentiert mit unterschiedlichen Formen der Reaktion.
Vergleicht beispielsweise unmittelbare und verzögerte Reaktionen oder unterschiedliche visuelle, bewegungsbasierte und auditive Antworten auf dieselbe Eingabe.
Untersucht, wie die Art der Reaktion beeinflusst, ob und wie das Verhalten des Systems verstanden und wahrgenommen wird.
Mini-Challenge 08 – Space & Mixed Media
Was passiert, wenn digitale Gestaltung den Bildschirm verlässt und Teil eines physischen Raumes wird?
Teilaufgabe A – From Screen to Space
Wählt einen digitalen Inhalt und übertragt ihn in eine konkrete räumliche Situation.
Untersucht, wie sich seine Wirkung durch Maßstab, Position, Blickwinkel, Projektionsfläche und räumlichen Kontext verändert. Entwickelt mehrere Varianten und dokumentiert diese beispielsweise mit Fotografien, Skizzen oder kurzen Videos.
Teilaufgabe B – Digital & Physical
Entwickelt aus digitalen und physischen Elementen eine einfache Mixed-Media-Situation.
Kombiniert dafür beispielsweise Projektion, Bild, Typografie, Bewegung, Klang, Objekt oder Raum. Entscheidend ist nicht die technische Komplexität, sondern das bewusste Zusammenspiel der eingesetzten Medien und deren Wirkung im Raum.
Dokumentiert neben dem finalen Ergebnis auch unterschiedliche Versuche, Veränderungen und verworfene Varianten.