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Protagonists – Future Creative Technologies
Diese Seite sammelt die Protagonist:innen der Reihe „A Day in the Life of …“. Die Geschichten beschreiben mögliche Arbeitswelten im Jahr 2035 und zeigen, wie Kompetenzen aus dem Feld Creative Technologies in sehr unterschiedlichen beruflichen und persönlichen Kontexten eingesetzt werden können.
Ziel ist ausdrücklich nicht, ein einzelnes zukünftiges Berufsbild zu definieren. Die verschiedenen Personen sollen vielmehr zeigen, wie sich technologische, gestalterische, gesellschaftliche und unternehmerische Kompetenzen unterschiedlich kombinieren können.
Kim
Arbeitsmodell: Selbstständig / projektbasiert
Kontext: International
Schwerpunkt: Creative Technology, interdisziplinäre Entwicklung
Arbeitsweise: Temporäre Teams, internationale Partner, wechselnde Projekte
Kim arbeitet als selbstständige Creative Technologist an der Schnittstelle von Design, Software, Hardware, KI und Anwendung. Sie arbeitet projektbasiert mit internationalen Teams, Kund:innen, Produzent:innen und lokalen Communities.
Ihre Arbeit besteht zunehmend weniger darin, einzelne Ergebnisse selbst zu produzieren. Stattdessen verbindet sie Disziplinen, bewertet automatisch erzeugte Ergebnisse, entwickelt Prototypen und übersetzt zwischen technischen und nichttechnischen Beteiligten.
Zentrale Themen:
Internationalität · Projektarbeit · KI · Open Source · Prototyping · Field Research · Systems Thinking · technologische Unabhängigkeit · interkulturelle Zusammenarbeit
Konrad
Arbeitsmodell: Unternehmer / Mitgründer
Firma: KNOT
Kontext: Regional verwurzelt, technologisch überregional tätig
Schwerpunkt: Smart Buildings, technische Systeme, Robotik
Konrad begann bereits während seines Creative-Technologies-Studiums mit kleinen Nebenjobs. Er schnitt Hecken, reparierte smarte Rasenmäher und half insbesondere älteren Menschen im Dorf bei Problemen mit WLAN, Smart-Home-Systemen und vernetzten Haushaltsgeräten.
Gemeinsam mit Nils und Oskar gründete er noch während des Studiums KNOT.
K = Konrad
N = Nils
O = Oskar
T = Thea, Konrads verstorbene Tante, aus deren Nachlass indirekt das erste Startkapital stammte.
KNOT entwickelte sich von einem lokalen Smart-Home-Service zu einem Unternehmen für komplexe technische Systeme. Heute arbeiten zwölf Personen auf einem alten Bauernhof im Münsterland.
Ein wichtiger Durchbruch war die Entwicklung eines Systems für einen großen deutschen Gebäudetechnikhersteller. Smartphone, Smartwatch und Smart Glasses ermöglichen es, komplexe technische Zusammenhänge in Gebäuden sichtbar und verständlich zu machen.
Später übertrug KNOT diese Systemlogik unter anderem auf autonome Feldroboter.
Trotz internationaler Anfragen aus dem Silicon Valley, den VAE und Singapur entschieden sich die drei Gründer bewusst gegen eine aggressive internationale Expansion. Persönliche Gründe, Familie und die Frage nach einem sinnvollen Unternehmenswachstum spielen dabei eine zentrale Rolle.
Zentrale Themen:
Unternehmertum · regionale Verankerung · Smart Buildings · Robotik · Landwirtschaft · Hardware/Software · Human-Centered Design · Familie · bewusstes Wachstum · physische Realität vs. Simulation
Unterschiede der bestehenden Protagonisten
| Kim | Konrad | |
|---|---|---|
| Arbeitsform | selbstständig / projektbasiert | eigenes Unternehmen |
| Organisation | temporäre internationale Teams | festes Team mit ca. 12 Personen |
| Geografischer Kontext | international und mobil | regional verwurzelt |
| Arbeitsumgebung | wechselnde Orte und Projekte | alter Bauernhof / Werkstatt / Büro |
| Technischer Fokus | wechselnd je nach Projekt | Gebäude, Energie, Robotik, technische Infrastruktur |
| Persönlicher Schwerpunkt | Flexibilität und internationale Zusammenarbeit | Familie, Unternehmen und regionale Bindung |
| Zentrale Rolle | Verbindungen zwischen Disziplinen herstellen | komplexe physische und digitale Systeme integrieren |
| Grundhaltung | offen, experimentell, international | pragmatisch, unternehmerisch, bewusst nicht maximal wachstumsorientiert |
Mögliche weitere Protagonist:innen
Die folgenden Personen sind bisher Ideen für weitere Geschichten und noch nicht ausgearbeitet.
Aylin – Urban Systems Engineer
Arbeitsmodell: Angestellt
Organisation: Kommune / Stadtwerke / öffentliche Einrichtung
Kontext: Stadt und öffentliche Infrastruktur
Aylin arbeitet an der Schnittstelle von Mobilität, Energie, Gebäuden, öffentlichem Raum, Sensorik und digitalen Diensten.
Ein typischer Arbeitstag könnte gleichzeitig Starkregen, ein Problem mit autonomen Verkehrssystemen und den Energieverbrauch öffentlicher Gebäude betreffen.
Ihre besondere Herausforderung liegt darin, dass technische Optimierung im öffentlichen Raum immer mit Datenschutz, Barrierefreiheit, langfristiger Wartbarkeit, unterschiedlichen Interessen und politischen Entscheidungsprozessen verbunden ist.
Mögliche Themen:
Smart City · öffentliche Infrastruktur · Energie · Mobilität · Resilienz · Datenschutz · Partizipation · Systems Thinking
Potenzial: Sehr guter Gegenpol zu Kim und Konrad, da Creative Technologies hier innerhalb einer öffentlichen Organisation eingesetzt wird.
Mara – Technology Integration Specialist im Krankenhaus
Arbeitsmodell: Angestellt
Organisation: Krankenhaus / Gesundheitsversorgung
Kontext: Medizintechnik, Pflege und digitale Infrastruktur
Mara arbeitet zwischen Medizintechnik, IT, Pflegepersonal, Patient:innen und Gebäudetechnik.
Sie entwickelt nicht primär medizinische Geräte, sondern sorgt dafür, dass unterschiedliche Systeme im tatsächlichen Krankenhausalltag sinnvoll zusammenarbeiten.
Mögliche Themen wären Wearables, Assistenzsysteme, Robotik, Indoor Navigation oder KI-basierte Patientenlogistik.
Die zentrale Frage wäre häufig nicht, was technisch möglich ist, sondern was in einem sensiblen Nutzungskontext sinnvoll und verantwortbar ist.
Mögliche Themen:
Health Technology · Human-Centered Design · Datenschutz · Ethik · Assistive Systems · KI · kritische Infrastruktur
Jonas – Technology Lead in der Produktion
Arbeitsmodell: Angestellt
Organisation: Mittelständisches Industrieunternehmen
Kontext: Produktion und digitale Transformation
Jonas arbeitet in einem etablierten Produktionsunternehmen, in dem alte Maschinen aus unterschiedlichen Jahrzehnten mit neuen digitalen Systemen zusammengebracht werden müssen.
Seine Aufgabe besteht nicht darin, alles Bestehende zu ersetzen. Stattdessen verbindet er bestehende Maschinen, Sensorik, Robotik, Computer Vision, Datenanalyse und neue Interfaces.
Ein wichtiger Teil seiner Arbeit besteht außerdem darin, die Menschen mitzunehmen, die seit vielen Jahren mit den bestehenden Produktionssystemen arbeiten.
Mögliche Themen:
Industrie 4.0 · Retrofit · Robotik · Computer Vision · Predictive Maintenance · Change Management · Mensch-Maschine-Kollaboration
Samira – Heritage Technology Specialist
Arbeitsmodell: Projektbasiert oder institutionell
Organisation: Forschung, Museum, Heritage Organisation
Kontext: Kulturerbe und Technologie
Samira arbeitet an historischen Orten und gefährdetem kulturellem Erbe.
Sie nutzt beispielsweise LiDAR, Photogrammetrie, digitale Zwillinge, Datenbanken und interaktive Medien, arbeitet gleichzeitig aber eng mit Archäolog:innen, Handwerker:innen und lokalen Communities zusammen.
Die zentrale Fragestellung lautet dabei: Ein technisch perfektes digitales Modell bildet zwar Geometrie ab – aber nicht automatisch Bedeutung, Erinnerung oder kulturelles Wissen.
Mögliche Themen:
Cultural Heritage · LiDAR · Photogrammetrie · Digital Twins · Communities · Storytelling · kulturelle Verantwortung
Leonie – Climate Adaptation Technologist
Arbeitsmodell: Angestellt / projektbasiert
Organisation: Wasserverband, Kommune, Forschung oder Umweltorganisation
Kontext: Klima und Landschaft
Leonie arbeitet an technischen Lösungen für Starkregen, Trockenheit, Hitze und sich verändernde Landschaftssysteme.
Sensoren, Satellitendaten und KI liefern Modelle und Prognosen. Leonies Aufgabe besteht darin, daraus konkrete Maßnahmen für reale Orte zu entwickeln.
Ihre Arbeit findet deshalb sowohl am Rechner als auch unmittelbar draußen statt.
Mögliche Themen:
Climate Adaptation · Environmental Sensing · Daten · KI · Wasser · Landschaft · Resilienz · Field Research
Malik – Assistive Technology Designer
Arbeitsmodell: Angestellt, Forschung oder eigenes Studio
Kontext: Assistive Technology
Malik entwickelt technische Systeme für Menschen mit körperlichen oder altersbedingten Einschränkungen.
Viele Lösungen entstehen nicht als standardisierte Massenprodukte, sondern werden an konkrete Menschen und Situationen angepasst.
Dabei verbindet Malik Sensorik, Interfaces, Smart Home, Wearables, Robotik, additive Fertigung und User Research.
Die zentrale Frage lautet hier besonders deutlich:
Nicht: Was kann die Technologie?
Sondern:
Was hilft diesem Menschen tatsächlich?
Mögliche Themen:
Assistive Technology · Accessibility · Inclusive Design · Wearables · Smart Home · Robotik · Prototyping · Human-Centered Design
Mögliche Gesamtstruktur
Die Reihe könnte langfristig unterschiedliche Formen zukünftiger Arbeit gegenüberstellen:
| Protagonist:in | Beruflicher Kontext | Kernthema |
|---|---|---|
| Kim | selbstständig / international | Arbeiten in Netzwerken und wechselnden Projekten |
| Konrad | eigenes Unternehmen / regional | Integration physischer und digitaler Systeme |
| Aylin | Kommune / öffentlicher Dienst | Technologie und gesellschaftliche Infrastruktur |
| Mara | Krankenhaus | Technologie in einem hochsensiblen menschlichen Kontext |
| Jonas | Industrie | Transformation bestehender technischer Systeme |
| Samira | Heritage / Forschung | Technologie, Kultur und gesellschaftliche Bedeutung |
| Leonie | Umwelt / Klima | Technik als Teil ökologischer Systeme |
| Malik | Assistive Technology | Technologie ausgehend vom konkreten Menschen |
Grundidee der Reihe
Die Geschichten sollen zeigen, dass Creative Technologies nicht auf ein einzelnes Berufsbild vorbereitet.
Die konkrete Technologie kann sich verändern.
Werkzeuge können verschwinden.
Neue Berufsbilder können entstehen.
Was bleibt, ist die Fähigkeit, unterschiedliche Wissensfelder miteinander zu verbinden, komplexe Systeme zu verstehen, neue Technologien kritisch einzusetzen und Lösungen unter realen Bedingungen gemeinsam mit anderen Menschen zu entwickeln.
Die zentrale Gemeinsamkeit der Protagonist:innen liegt deshalb nicht in ihrem Beruf.
Sie liegt in ihrer Art zu arbeiten.